Wissensproduktion und Wissenschaftskommunikation in einer sich verändernden Lebens- und Arbeitswelt

Die Tagung stand unter dem Motto „Transformation der Gesellschaft – Transformation der Wissen­schaft“. Adressiert wurden damit Herausforderungen, die sich für die Wissenschaftssystementwick­lung aus aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen ergeben. Entsprechend wirkmächtige „Megatrends“ sind bspw. in der Digitalisierung zu sehen. Diese ist zugleich Produkt wissenschaftli­cher Wissensarbeit, wie auch Motor gesellschaftlicher Entwicklung und der Entwicklung neuer Modi wissenschaftlicher Kommunikation und Kooperation.

Zugleich können Veränderungen in der Kom­munikation über wissenschaftliches Wissen (und dessen insgesamt leichtere Zugänglichkeit, Verfüg­barkeit und Überprüfbarkeit) als Quelle für Akzeptanzverluste der wissenschaftsintern akzeptierten Regeln für die Produk­tion dieses Wissens vermutet werden. Unmittelbar sichtbar wird dies in politischen Diskursen, in denen eine sinkende gesellschaftliche Komplexitätstoleranz für die Delegitimation wissenschaftlicher Diskurse und Forschungsergebnisse ausgenutzt wird.

Auch wenn das eine oder andere Zukunfts­szenario im Zusammenhang mit den beschriebenen Entwicklungen bedrohlich zu sein scheint, ver­stand sich die Tagung zugleich aber auch als Gelegenheit, die Chancen zu beleuchten, die neuen Technologien und sozialen Praktiken für die Wissensproduktion und die zukünftige Entwicklung der Wissensgesellschaft innewohnen.

Die Vielzahl eingereichter Beiträge spiegelte wider, dass in dem skizzierten Diskurs ein breites Spektrum von Aspekten der relevanten Zukunftsperspektiven thematisiert wird. Die vorliegende Tagungsdokumentation stellt eine Auswahl der präsentierten Beiträge dar. In dieser Auswahl greifen wir die unterschiedlichen Formate auf, die auch bei der Tagung eingesetzt wurden. Neben Forschungsbeiträgen sind das (knapper dargestellte) Praxisbeiträge sowie Poster, Mindmaps und Präsentationsmedien, die bei Symposien zum Einsatz kamen.

Den Digitalisierungsschub aufgreifend präsentieren wir die Tagungsdokumentation in einem Online-Format. Dies hat aus unserer Sicht den Vorteil, dass die präsentierten Beiträge auch im Nachgang diskutiert und ggf. ergänzt und aktualisiert werden können. Wir hoffen, mit dem gewählten Format diesen Diskurs anregen zu können und wünschen interessante Lektüre.

Prof. Dr. Philipp Pohlenz & Claudia Wendt